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Die Neue Frauenbewegung – bewegte Wissenschaft, Kunst und Leben.

Dazu finden sich hier Artikel zu verschiedenen Aspekten – sie stehen in 7  Kategorien untereinander:

• Phasen der Frauenbewegung 1974-1988 (in “Frauenwelten – fern, vergangen, fremd?…”)
• Matriarchatsdebatte in der Neuen Frauenbewegung (ebenfalls in “Frauenwelten – fern, vergangen, fremd?…”)
• Berliner Sommeruniversitäten für Frauen, 1976 -1983 (Beiträge aus den alljährlichen Publikationen)
• Bevölkerungswachstum und Patriarchat, Gebärstreik 1913 und 1980, Reproduktive Rechte, Bevölkerungsökologie (“Die Junggesellenmaschine”)
• Ethnizität und Parallelgesellschaften – Frauen als “Hüterinnen von Traditionen”
• “Strategien zur Befreiung”: Erste Tagung zu sexuellem Mißbrauch in Berlin 1985
• Kunst von Frauen, feministische Kunst, und Kunstkritik.
Für Frauenkultur und Frauenfeste: siehe auch > Queer Media & Music und > Rituale als soziales Drama

Beiträge zur feministischen Kunst- und Kulturgeschichte finden sich unter Kategorien > Emanzen – Das häßliche Geschlecht, > Archäologie der Matriarchate,  und > Berufsverbot für die Musen


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Frauenwelten – fern, vergangen, fremd? Die Matriarchatsdebatte in der neuen Frauenbewegung

in: “Kulturkontakt – Kulturkonflikt. Zur Erfahrung des Fremden”, Beiträge zum 26. Deutschen Volkskundekongreß 1987. Hrsg. von I.-M.Greverus, Frankfurt/M. (Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie) 1988

1988 beschreibe ich rückblickend und Abschied nehmend die autonome Frauenbewegung von 1974 an, am Beispiel des Frauenzentrums Berlin, über das Krisenjahr 1983 bis zum Jahr 1988 in drei Phasen:
1. Halbzeit: etwa von 1968 bis 1977, die Zeit der Amazonen,
2. Halbzeit: von 1978 bis 1988, die Zeit der Mütter,
3. Wechseljahre: von 1978 bis etwa 1983
Ausgangspunkt sind dabei die Matriarchatsdebatte in ihrer ganz unterschiedlich identitätsstiftenden Bedeutung – und meine ersten konkreten Erfahrungen von den Reisen in “moderne Matriarchate”…

Artikel im Volltext lesen als PDF


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Rückschläge? Überlegungen zu Kulturrelativismus und Geschlechterdemokratie in Deutschland

in: Via Regia. Blätter für Internationale Kulturelle Kommunikation, 68/69, 1999/2000

Als Volltext bei Via Regia zum Download

Aus der Einleitung:
“ZUERST DIE ERRUNGENSCHAFTEN
Um meine Rede von „Rückschlägen“ verständlich zu machen, will ich erst einige Errungenschaften benennen, die gefährdet sind.
Keines der Menschenrechte und Gleichberechtigungsansprüche, die Frauen in Europa heute selbstverständlich in Anspruch nehmen, sind ihnen geschenkt worden. Sie sind Ergebnisse eines 200jährigen Kampfes von Frauen und männlichen Verbündeten um Gleichheit und Freiheit seit der französischen und der amerikanischen Revolution. Hier nur ein kurzer Blick auf das 20. Jahrhundert:
Die „erste“ deutsche Frauenbewegung, vor allem die sogenannte bürgerliche, wollte Frauen zu „Citoyennes“ machen: zu gleichberechtigten Buürgerinnen mit Stimmrecht, Recht auf Bildung, Berufsausübung, Erbrecht, Scheidungsrecht, und das Recht auf eigenständige ökonomische Existenz ohne Ehe. Schon damals spielte Körperpolitik eine wichtige Rolle, z.B. Themen, die heute unter dem etwas sperrigen Begriff der “reproduktive Rechte“ gefaßt sind: Rechte auf Verhütung, Abtreibung und gesunde Mutterschaft; außerdem körperliche und räumliche Bewegungsfreiheit, Sport, Radfahren, der „Kampf um die Hosen“ bzw. die Befreiung vom verkrüppelnden Korsett.

Die Frage nach dem Gleichen, dem Eigenen, dem Anderen des weiblichen Geschlechts war damit nicht aus der Welt, sondern stellte sich neu. Man sah: Frauen – und nicht nur Ausnahmefrauen – konnten es Männern gleichtun, im Berufsleben, in Wissenschaft, Kultur und Sport. (Daß sie es als Fabrikarbeiterinnen konnten bzw. aus Not mußten, hatten Millionen Proletarierinnen längst bewiesen, – eine Realität, die dem bürgerlichen Ideal von der „Hausfrau und Mutter“ widersprach.)

Im 20. Jahrhundert erlebte die Frauenemanzipation in Deutschland ihren größten Rückschlag durch den Nationalsozialismus mit seiner Mutterschafts- und Weiblichkeitsideologie, der ausdrücklich mit den in den zwanziger Jahren neu gewonnenen, „dekadenten“ und „artungemäßen“ Frauen-Freiheiten aufräumen wollte….”

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Berliner “Sommeruniversitäten für Frauen” 1976 – 1983

1974-75 hatte sich in Berlin eine erste “Dozentinnengruppe” gebildet. Wir riefen 1976 die “Berliner Sommeruniversität für Frauen” ins Leben, – 600 Studentinnen, Dozentinnen, Frauenbewegte und Interessierte kamen. Alljährlich bis 1983  strömten dann tausende Teilnehmerinnen an TU und FU zusammen, – zu Vorträgen, Workshops, Diskussionen, Ausstellungen und Frauenfesten.
Jede Sommeruni stand unter einem aktuell bewegenden Leitthema – die  Veröffentlichungen der  Sommeruni-Beiträge, jedes Jahr ein Buch, tragen diese Themen im Titel. Sie überliefern dadurch auch den “Nachgeborenen”, wie praktisch kein Lebens- und Wissenschaftsbereich einer neugierigen und kritischen Untersuchung entging, wie jedes Jahr Neues und Anderes bewegte – und dabei oft Strittiges. Denn die autonome Frauenbewegung bespiegelte sich auch selbst, ihre Konflikte und die im Lauf der Jahre noch wachsende Heterogenität und Vielfalt.

• Hier wird demnächst eine Liste der Beiträge eingestellt, dann auch vermerkt unter  Menü > Neu – Recent Uploads

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Von Junggesellenmaschinen und Gebärstreik in Gorleben: Aufruhr und Gelächter


Bevölkerungswachstum und Patriarchat, Reproduktive Rechte, Bevölkerungsökologie, Gebärstreik.


Zur Ausrufung des zweijährigen “Gebärstreiks” in Gorleben Ostern 1980 als Protestform:

1979 hatten französische Frauen zum “grève de naissance” aufgerufen: Als wirksamtes Mittel von Frauen gegen Aufrüstung, Umweltzerstörung und Atomenergie. Für die deutsche Frauenbewegung griff die Ökologiegruppe des Berliner Frauenzentrums diese Idee  auf: Zur Entwicklung der Idee und den Auseinandersetzungen ein Artikel von Christine Haße in der “Courage” Heft 3/1980 als PDF: courage_03_1980

In Gorleben wurde dann zu Ostern 1980 von Ilona Wagner u.a. die “Gebärstreik”-Aktion initiiert. Die angereisten Frauen debattierten temperamentvoll über die Aktion: Es war nicht der erste “Gebärstreik” in Deutschland, und wie derjenige von 1913 eine stark umstrittene Idee. Abschließend wurde ein Aufruf verfasst und auf der Abschlußkundgebung vorgetragen (im Screenshot unten 3. Foto v.l.).
Bemerkenswert auch: hier agierten Frauen der frisch gegründeten “Grünen” Partei zusammen mit  Frauen aus den Bürgerbewegungen und der autonomen Frauenbewegung.

Dokfilm dazu von von Griet Gäthke, Carola Martin, Angela Tiedt, 1980, s/w, 20 min., digitalisiert im Archiv bei bildwechsel Hamburg.
In dem Dokfilm zeigt sich eine beeindruckende feministische Diskussionskultur: obwohl so viele heisse Eisen angepackt werden, debattieren die Frauen keineswegs “verbissen”, sondern leidenschaftlich, und es wird viel gelacht.

3.Foto v.l., Screenshot aus Dokfilm: C. Rentmeister, Ausrufen des Gebärstreiks. Quelle Screenshot:  www.thealit.de - streik_academy 2009.

Bericht “Frauen gegen Atomkraft. Gebärstreik: Gorleben” in der ZEIT 11.4.1980:
“Etwa 5000 Frauen waren über die Ostertage dem Aufruf der Frauengruppe Lüchow- Dannenberg gefolgt, „ihren Widerstand gegen das Atomprogramm und die menschenfeindliche Industrie zum Ausdruck zu bringen”. Sie waren mit Fahrrad oder Auto nach Gorleben angereist, um an Diskussionen teilzunehmen und am Sonntag zu demonstrieren.

Polizeiwagen pendelten ununterbrochen zwischen den Veranstaltungsorten hin und her, die rund um die geplante Atommüll-Wiederaufbereitungsanlage von Gorleben lagen. Mitten in der Wüste von abgebrannten Baumstümpfen wurde ein großes Informationszelt aufgeschlagen. Drinnen wie draußen standen Tische, an denen die Frauen ihre mitgebrachten Stullen aßen und Kaffee aus Thermosflaschen tranken. Kinder spielten mit herumliegenden Strohballen oder ließen sich Gipsabdrücke von ihren Gesichtern machen. Es war wie ein großes friedliches Picknick. Doch ließen sich die Konflikte nicht verbergen….”

Bericht “Gorleben – Am Tag X wird der Platz geräumt” in  DER SPIEGEL 2.6.1980:
“…Es gab >vier Tage des Fastens<, zu denen eine Handvoll Einheimischer aufrief, um >nachzudenken über das, was uns Angst macht<, und es gab Frauen, die in Gorleben mit der >Anstiftung zum Gebärstreik< protestierten: >Keine Zukunft ohne Kinder, keine Kinder ohne Zukunft<…”

Zum Thema auch: “Die Junggesellenmaschine”, in > Frauenwelten – Männerwelten, Kap. 3

Auf der Berliner “5. Sommeruniversität für Frauen” im Herbst 1980 wurde die Idee in der Vortragsreihe zu “Ökologie und die Formen des weiblichen Widerstands” weiter debattiert, – von Christine Haße mit “Gebärstreik 1913 und heute”, Cristina Perincioli mit “Die Frauen von Harrisburg – 430 Kinder starben in Harrisburg”, und Cillie Rentmeister mit”Bevölkerungsexplosion als patriarchalisches Prinzip”.  Kurztexte zu den Vorträgen aus dem Programmheft: als > PDF

Rückblickend erinnert die Elbe-Jeetzel-Zeitung am 5.4.2005 an die Gebärstreik-Aktion: “Auch Gebärstreik war Thema. Heute vor 25 Jahren: 3000 Frauen beim Ostertreffen in Gorleben”  – Artikel-Download: gebaerstreik gorleben 1980 ejz

 

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Sexueller Mißbrauch: Erste Tagung “Strategien zur Befreiung” Berlin 1985 

 

 

 

 

 

 

Rentmeister, Cillie und Wildwasser, Arbeitsgemeinschaft gegen sexuellen Mißbrauch von Mädchen e.V. (Hrsginnen):
Sexueller Mißbrauch von Mädchen. Strategien zur Befreiung. Neue Materialien erstellt auf der Fachtagung im Wannseeheim für Jugendarbeit Berlin (heute: Wannseeforum) 12.-16. Oktober 1985 [Broschiert, 82 Seiten]

Darin Beitrag von Rentmeister, Cillie: “Grenzen setzen! Zehn Hinweise aus feministisch-kulturanthropologischer Sicht”. Neu aufgelegt in: Marion Mebes (Hrsg.): Mühsam – aber nicht unmöglich. Reader gegen sexuellen Mißbrauch. Berlin: Donna Vita, 1992. S. 90-101
Beitrag hier demnächst als Volltext.

Anstoß zu der Tagung gab das 1984 erschienene und bahnbrechende Buch “Väter als Täter..>Erinnerungen sind wie eine Zeitbombe<” von Barbara Kavemann und Ingrid Lohstöter. Die Sozialwissenschaftlerin Kavemann und die Rechtsanwältin Lohstöter hatten bereits 1983 für den 6. Jugendbericht an die Bundesregierung das Thema publik gemacht, in ihrer Expertise “Plädoyer für das Recht von Mädchen auf sexuelle Selbstbestimmung in: Sexualität – Unterdrückung statt Entfaltung”. Gedruckt erschienen unter diesem Titel erst 1985 in der Reihe “Alltag und Biografie von Mädchen” Band 9, Opladen.

Die Berliner Kanzlei Alexandra Goy & Ingrid Lohstöter war in den 80er Jahren eine auch medienöffentlich prominente Rechtsvertretung von Opfern Häuslicher Gewalt und Sexuellen Mißbrauchs. Zu Ingrid Lohstöter ein Dokument aus bewegten Zeiten in der Courage 1978, Heft 7: “Meyer weiß Bescheid”: zur Festnahme von Ingrid Lohstöter.


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Frauen, Körper, Kunst

in: “Ästhetik und Kommunikation”, Nr. 37/1979
Artikel im Volltext als PDF


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“Bitte nicht berühren? Plädoyer gegen das kreative Monopol”

in:  “Beiträge zur 2. Sommeruniversität für Frauen Oktober 1977″, Berlin 1978
Artikel im Volltext als PDF

deutsche Fassung im Ausland:
in: “De Heilstaat”, Zeitschrift des Kunsthistorischen Instituts der Universität Amsterdam, Nr. 3/1979


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“Der Kaiserin neue Kleider – Die Malerin als gespaltenes Wesen”

Berlin (Sphinx) 1977

Übersetzung:
in: “Kunstwerk”, Zeitschrift am Kunsthistorischen Institut der Universität Nijmegen, Nr. 15/1979


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Feministische Kunst und Kunstgeschichte – Ereignisse im Ausland

Als Teil der Ausstellung “Feministische Kunst Internationaal” 1978 (Kuratorinnen u.a. Marlite Halbertsma, Rosa Lindenburg, Wies Smals, Liesbeth Brandt Corstius, Din Pieters) veranstaltete das “de Appel arts centre” am 10. Dezember 1978 dazu eine kontroverse Podiumsdiskussion im Stedeklijk Museum Amsterdam. Das Panel bestand aus: mit Marlite Halbertsma, Cillie Rentmeister, Lucy Lippard, Ulrike Rosenbach und Valie Export, mit Judith Cahen als Moderatorin.

Feministische Kunst Internationaal, Amsterdam 1978


Foto from left to right: Rosenbach, Rentmeister, Halbertsma, Cahen, Lippard, Damon

Weitere Fotos:  Panel Participants Stedelijk Museum
Website von  de Appel arts centre
Ausführlicherer Text bei: FemArt – Kunst Door Vrouwen

Links zu einigen anderen Teilnehmerinnen:
Prof. Dr. Marlite Halbertsma und Artikel “Zu Besuch bei Marlite Halbertsma” / “Op Bezoek bij Marlite Halbertsma” by Kirsten Vos (2005), m. Abb. als PDF: halbertsma 2005
Valie Export
Lucy Lippard
Ulrike Rosenbach


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Sphinx, Ödipus, Kulturgeschichte und Betroffenheit.
Über den Forschungszusammenhang der als kumulative Dissertation vorgelegten Einzelarbeiten

Berlin 1980/Universität Bremen 1980.
Gutachter_innen/Prüfer_innen: Prof. Dr. Anna Dorothea Brockmann, Prof. Dr. Michael Müller, Prof. Dr. Gunnar Heinsohn

Download als PDF
Rentmeister 1980 1_s.1_40
Rentmeister 1980_2 S.41-75
Rentmeister_1980_3 S.76_117

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